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Über die zunehmende Toleranz in der Gesellschaft

Dass man in Großstädten wie Köln, Hamburg, Wien oder Zürich seine Liebe frei leben kann, wird viel zu wenig goutiert. Man rühmt Fortschritte der Demokratisierung und der ökonomischen Entwicklung, doch kaum bedenkt man den enormen Einfluss auf die Lebensqualität durch die Befreiung von Vorurteilen und Prüderie.Die rechtliche Gleichstellung Homosexueller hat in den letzten Jahrzehnten außerordentliche Fortschritte gemacht. Zwar hat es bis zum Jahr 1994 gedauert, bis der so genannte „Schwulenparagraph“ 175 StGB abgeschafft wurde, doch war er lange Zeit zuvor nicht mehr angewendet worden. Homosexuelle sind inzwischen in vielen Bereichen Heterosexuellen gesetzlich gleichgestellt. Schwule und Lesben dürfen wegen ihrer sexuellen Präferenz nicht gekündigt werden, weder durch ihren Arbeitgeber noch durch ihren Mieter.

Klare Benachteiligungen gibt es für Homosexuelle noch bezüglich ihrer Anerkennung einer Partnerschaft. Im Hamburg gibt es inzwischen zwar ein „Verpartnerung“ genanntes Pendant zur Ehe, doch bleibt auf diesem Feld in Richtung Gleichstellung noch so einiges zu tun.

Zu den vielen Missverständnissen in Bezug auf homosexuelle Menschen gehört die Annahme, die Eltern hätten irgendwelche Fehler bei der Erziehung begangen, etwa dass die Eltern lieber ein Mädchen statt eines Jungen gehabt hätten und daher ihren Sohn „verweiblicht“ hätten. Auch meinen manche, die Bindung zwischen Sohn und Mutter könne so stark ausgeprägt gewesen sein, dass der Sohn später keine andere Frau neben seiner Mutter gelten lassen wolle. Und schließlich wird umgekehrt behauptet, dass gerade die Vater-Sohn-Beziehung zu eng gewesen sein könne, wodurch der Sohn später einen dem Vater ähnlichen Partner suche.

All das ist natürlich völliger Blödsinn, ebenso wie die besonders perfide und letztlich logisch zirkuläre Behauptung, Männer würden schwul, nachdem sie von anderen Schwulen dazu verführt worden seien. Die eigentliche Ursache der Homosexualität ist noch immer nicht geklärt. Unstrittig ist nur, dass die sexuelle Präferenz bereits vor der Pubertät festliegt und nicht beeinflussbar ist.

Die allgemeine gesellschaftliche Toleranz gegenüber Homosexuellen zeigt sich z.B. auch bei großen seriösen Online-Partnervermittlungen: Schon lange finden längst auch Schwule und Lesben Ihre Partner und Partnerinnen online.

Lars Janowitz
lars.janowitz[at]freenet[punkt]de



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